Folgender Auszug stammt aus dem Buch „Borchen – Aus der Geschichte unserer Heimat“ (ISBN3-00-002796-3), Verfasser dieses Artikels ist Paul Lüning.

hist_3In der Gemeinde Alfen war es bis zum Jahr 1930 manchmal schwierig, einen Brand wirksam zu bekämpfen. In den Sommermonaten trocknete der Almefluß oft aus. Die meisten Hausbrunnen versiegten. Ein Feuerlöschteich war nicht vorhanden. Der Wasservorrat der zwei Gemeindebrunnen war im Ernstfall bald erschöpft. Eine gesicherte Wasserversorgung brachte in den Jahren 1929/30 erst der Bau der Wasserleitung. An mehreren Stellen des Ortes wurden Hydranten installiert, wie es die Westfälische Provinzial-Feuersozietät in Münster vorschrieb. Nun konnte auch im Ort ein Feuerlöschdienst wirksam eingesetzt.

Am 22. Januar 1934 kam es dann in der Gastwirtschaft Thebille zur Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Alfen“. Amtsbürgermeister Mues und Kreisbrandmeister Böhle erreichten mit werbenden Worten, dass sich an diesem Abend 32 Männer als Mitglieder meldeten. Kreisbrandmeister Böhle ernannte Landwirt Heinrich Ahrens zum ersten Brandmeister. Sein Stellvertreter wurde Schlossermeister Bernhard Kruse. Anlässlich der Gründung gewährte die Westfälische Provinzial-Feuersozietät der Freiwilligen Feuerwehr Alfen eine Startbeihilfe von 300 RM und ein zinsloses Darlehen über 1.500 RM. Noch im Jahr 1934 beschaffte die Gemeinde Alfen mit diesen Geldern Ausrüstungsgegenstände und Uniformen. Im sogenannten Spritzenhaus am Alten Kirchweg stand das Hilfsgerät einsatzbereit. Wie wirksam der Feuerschutz sich bis heute entwickelt hat, zeigt ein Vergleich mit den Geräten aus dem Jahre 1945. Am 31. Mai 1945 meldete der Wehrführer Bernhard Kruse an das Amt Kirchborchen: „Vorhanden sind: 1 Handdruckspritzpumpe, 2 Standrohre, 4 Strahlrohre, 1, zweiteiliges Verteilungsstück, 150 m C-Schlauch, 1 Löschkarren, 1 kleinerer Karren und 1 Membranpumpe“.

Als in den Folgehist_2jahren auch motorisierte Fahrzeuge und Pumpen zum Einsatz kamen, errichtete die Gemeinde am Eschenkamp (heute Salzkottener Straße) einen größeren Feuerwehrschuppen.Im Jahre 1983 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Im Rahmen eines Gemeindefeuerwehrfestes begrüßte der damalige Löschzugführer Hans Gerd Heinemann die Borchener Wehrleute und viele Ehrengäste. Dankbar überreichter der derzeitige Bürgermeister Aloys Lengeling den acht noch lebenden Gründungsmitgliedern Bernhard Kruse, Kaspar Schumacher, Heinrich Pasel, Johannes Halsband, Karl Schumacher, Klemens Lüke, Josef Kloppenburg und Bernhard Drüke Treueurkunden und Präsente.

Da der alte Feuerwehrschuppen nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprach, erwarb die Gemeinde Borchen im Tauschverfahren ein Grundstück an der Tudorfer Straße. Die Alfener Wehrleute freuten sich auf ein neues Haus. Sie verpflichteten sich, 15.000,00 DM der Baukosten durch Eigenleistung zu erbringen. Es entstand in zehnmonatiger Bauzeit ein geräumiges Feuerwehrhaus. Im Untergeschoss ist Platz für zwei Löschfahrzeuge und technisches Gerät. Das Obergeschoss umfasst einen Schulungsraum, das Löschzugführerbüro und die sanitären Anlagen. Mit berechtigtem Stolz konnte der neue Löschzugführer Alfred Schulte, der sein Amt erst am 18. Januar 1986 übernommen hatte, bei der Einweihungsfeier am 14. September 1986 den vielen Gästen und den Bürgern des Ortes den Neubau vorstellen.

hist_1Neben den Ernstfalleinsätzen und notwendigen Übungen übernehmen die Feuerwehrleute seit Jahren die Aufgabe, die Umzüge zum Schützenfest sowie am Martins- und Nikolausabend gegen Unfälle zu sichern.Am Volkstrauertag brennen ihre Fackeln vor dem Ehrenmal zum Gedenken der vielen Kriegsopfer. Mit dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ übernehmen ca. 30 Feuerwehrleute Verantwortung für die Mitmenschen und sind stets einsatzbereit.

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